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Call for Papers der Sektion MEDIEN+SPRACHE für den Semiotik-Kongress 2014

Verstehen und Verständigung

 

Call for Papers für den

14. Internationalen Kongress der

Deutschen Gesellschaft für Semiotik (DGS)

an der Universität Tübingen vom 23. bis 26. September 2014


 

Sektion Medien-Sprache:

„Diskurs und Grenzziehung / Diskurs an der Grenze:
Das Erzeugen und Brechen von Tabus"

 

Call for Papers




Wichtige zeitgenössische Ansätze zur semiotischen Analyse von Kultur lassen eine Kultur erscheinen als System von getrennten Lebensbereichen, genannt „symbolische Formen" (Cassirer) bzw. „Diskurse" (Foucault). Wenn Verstehen und Verständigung zwischen einzelnen Personen und Personengruppen gelingen soll, dann müssen in unterschiedlichen Diskursen und Diskurstypen bestimmte Grenzziehungen beachtet werden, die  z.B. Status, Gruppenzugehörigkeit nicht nur markieren, sondern oft erst konstituieren. Das Entstehen und Brechen von Tabus als spezifische Grenzziehungstechnik steht im Zentrum dieser Sektion. Denn Tabus sichern, so Karjewski und Schröder (2010), die Stabilität einer Gesellschaft und sind eine wichtige Basis für die Konstitution der Identität des Individuums und der Gruppe. Beispiele dafür gibt es viele und aus den unterschiedlichsten Bereichen: Dem Alltagsdiskurs, wo das Anschneiden von Tabuthemen zu kommunikativen Irritationen führen kann, dem politischen Krisendiskurs in und um Europa, wo etwa die Verwendung der Kavalleriemetapher durch die deutschen Politiker Steinbrück und Merkel zu diplomatischen Verstimmungen in der Schweiz, in Ungarn und in Deutschland selbst geführt haben, dem popkulturellen Diskurs, wo der Tabubruch vordergründig als Kritik traditioneller religiöser oder sexueller Normen funktioniert, und natürlich dem medialen Diskurs, wo das Zeigen und Brechen von Tabus zumindest seit der Ubiquität der Reality-TV-Formate längst zum Alltag geworden ist.





Beispiele wie dieses führen zu Fragen wie den folgenden:

-      Woran erkennt man Tabus? Wie werden diese kommuniziert bzw. nicht-kommuniziert? Wie werden diese etabliert und ggf. gebrochen? Welche Grenzziehungstechniken werden in unterschiedlichen Diskursen und Diskurstypen verwendet?

-      Inwieweit lassen sich Tabus als spezifische Form der Grenzziehung verstehen? In welcher Relation stehen sie zu anderen Formen von Grenzziehungen? Welche Rollen spielen konzeptuelle Metaphern und Metonymien bei der Elaborierung und Reinszenierung von Tabus und Grenzüberschreitungen?

-      Wie werden Grenzziehungen und Tabus medial realisiert?

-      Welche kulturspezifischen Unterschiede gibt es? Gibt es interkulturelle Diskurse?

-      Welche sprachlichen Mittel und Zeichenpraktiken ermöglichen es im Falle einer Tabuverletzung dem Scheitern oder dem Abbruch der Kommunikation entgegenzusteuern? Oder alternativ ein erwünschtes Scheitern erst  zu bewirken?

-      Was vermag die Diskursanalyse für eine Kulturanalyse zu leisten?


In den Beiträgen zu dieser Sektion sollen terminologische Vorschläge, Theorie­fragmente und exemplarische Beschreibungen von Diskurs und Kultur diskutiert werden, die zur Klärung der gestellten Fragen führen können.


Hinweise zur Gestaltung des Abstracts: Das Abstract kann auf Englisch oder Deutsch eingereicht werden. Es sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein (etwa 300 Wörter) und neben dem Titel der Präsentation und fünf inhaltscharakterisierenden Stichwörtern (keywords) den Namen, die wissenschaftliche Institution und die E-Mail-Adresse enthalten.
Dauer der Präsentation: 30 Minuten + 15 Minuten Diskussion und technischer Aufbau. Frist für die Einreichung des Abstracts: Ende Februar 2014


Kontakt und Einreichung des Abstracts:


Daniel Rellstab

Vaasan Yliopisto

ICS Program

Filosofinen tiedekunta

Yliopistonranta 10

FIN-65200 Vaasa

daniel.rellstab@uva.fi



Sektionsleitung:


Prof. Dr. Ellen Fricke

Technische Universität Chemnitz

Philosophische Fakultät, Institut für Germanistik und Kommunikation

Professur Germanistische Sprachwissenschaft

D-09117 Chemnitz


Prof. Dr. Dr. Dr. hc Ernest Hess-Lüttich

Universität Bern

Institut für Germanistik

Länggass-Str. 43

CH-3000 Bern 9


Prof. Dr. Roland Posner

Technische Universität Berlin

Arbeitsstelle für Semiotik

Fraunhoferstr. 33-36, Sekr. FH 4-3

10587 Berlin


Dr. Daniel Rellstab

Vaasan Yliopisto

ICS Program

Filosofinen tiedekunta

Yliopistonranta 10

FIN-65200 Vaasa


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