Körper

Die Kommunikation nimmt ihr Maß am menschlichen Körper. Mehr als drei Viertel der Verstehensleistung wird bestimmt durch die Signale, die der Körper kommunikativ aussendet. Der Begriff der 'Körpersprache' umfasst hierzu die Gemeinschaft von Miremik (Blickverhalten), Mimik, Gestik, Kinesik (Haltung, Bewegung), Haptik (Anfassverhalten), Proxemik (Näheverhalten), Olfaktorik (Geruchsverhalten). Auch die differenzierte Palette von 'Schweigen' gehört hierzu. Die zentrale Rolle der Orientierung von Aussagen und Verstehen am und durch den Körper während der Kommunikation wird seit dem Altertum beachtet (Rhetorik, Theater, Poetik, Physiognomik, Affektelehre und andere) und hat bis in die Moderne ein weites Spektrum interdisziplinärer Analysen, korrektiver Einflußnahmen und kulturspezifischer Vermittlungen eröffnet. Die Zeichen und die Zeichenhaftigkeit der Körperkommunikation haben inzwischen auf allen Ebenen eine zentrale Wichtigkeit für das Gelingen von Aussage und Wirkung erlangt, was geradezu danach verlangt, die Strukturen, Funktionen und Systematik, die Interdisziplinarität und die Kulturspezifik sowie die Interkulturalität der Körpersemiose aufzudecken.

Ihre Ansprechperson für die Sektion

Irene Mittelberg (Profil | E-Mail)

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